icon-telefon.png 09638 / 930-0  ... a "bisserl" Schloss geht immer.
Historischer Rückblick

... wie alles begann

Ernestgrün, der Ortsteil Rothmühle und somit auch das heutige Hotel am Schloss Ernestgrün ist untrennbar mit der Geschichte des Ortes Ottengrün verbunden, der heute zur Gemeinde Neualbenreuth gehört aber bis nach dem ersten Weltkrieg eine eigenständige politische Gemeinde war.
Urkundlich erwähnt wird Ottengrün das erste Mal im Jahr 1392 als Ottengrunne bey Albernrewt. Zu diesem Zeitpunkt wird auch erstmals das Dorf Ernestgrün als zum Besitz Ottengrün gehörig genannt. Ottengrün, im Besitz der Leuchtenberger, eines alten Oberpfälzer Adelsgeschlechts, hatte nach zwei Seiten hin - nach Leuchtenberg (bayerisch) als auch nach Eger (böhmisch) - rechtliche Verbindlichkeiten, was in den kommenden 300 Jahren immer wieder zu Streitigkeiten führte, wobei der häufige Wechsel der Besitzverhältnisse noch ein übriges dazu tat.

Als erster beglaubigter Besitzer eines Gutes (Rittergut, Lehen) in Ottengrün wird 1466 Jörg Jur genannt. Etliche Besitzerwechsel kennzeichnen die Geschichte des Rittergutes, das um 1700 dann als bürgerliches Gut in den Besitz der Stadt Eger überging.

1711 wird das Gut von der Stadt Eger an Johann Christoph Weller, Edler von Molsdorf verkauft, der es an seinem Schwiegersohn, Johann Josef Werndl von Lehenstein abgibt.

Unter Werndl von Lehenstein erlebt Ottengrün seine Blütezeit. Hatten schon etliche Vorbesitzer Hammerwerke auf Ottengrüner Grund errichtet, so entstehen in der eisenreichen Region nun etliche neue Hammerwerke.

Am 13. Juni 1718 erwirbt Werndl von Lehenstein die Rothmühle bei Ottengrün und läßt dort alles erneuern und etliche Teiche anlegen. Daneben entstand ein neues Hammerwerk und ein Haus für den Hammerschmied (Hammerwerkhaus genannt), das der Vorläufer des späteren Herrschaftsitzes und des Schlosses war. Unter von Lehenstein, der gleichzeitig Bürgermeister von Eger war, wurde auch die heutige Wallfahrtskirche St. Sebastian (Kleine Kappl) errichtet, die von Lehenstein selbst finanzierte.

Seine Nachfolger im Besitz des Gutes Ottengrün, das seit 1764 wieder ein Rittergut war, wählten mehr und mehr Ernestgrün zu ihrem Wohnsitz und betrieben Ottengrün nur mehr als Ökonomiegut.

Unter Freiherr von Frays wurden um ca. 1875 Türme an das ehemalige Herrschaftshaus angebaut und ein Schlosspark angelegt.

Seine Entstehung verdankt Schloss Ernestgrün dem Umstand, dass der spätere Erbe des ehemaligen Rittergutes Ottengrün, Florentin von Glas, seinem Vater am 27. Februar 1852 einige Gebäude und Flächen in Ernestgrün abkaufte und seinen Wohnsitz in dem früheren Mühl- und Hammerwerkhaus (Beamtenhaus) Nr. 15 nahm, das nun allmählich zum Herrschaftssitz ausgebaut wurde. Aber schon 1860 verkaufte Florentin von Glas allerdings den Gesamtbesitz Ottengrün-Ernestgrün an die Familie von Günther.

Der erste Eigentümer dieses Namens, Wilhelm von Günther aus Frankfurt am Main, hatte den Besitz am 12. Juli 1892 erworben. 1980 wurde das Schloss mit den zugehörigen Ländereien an die Familie Hoche - einen Unternehmer aus dem Nürnberger Raum - verkauft. Während dieser Zeit wurde das Schloss zum Hotel und wurde in zwei Bauphasen (1980 und 1989 die Erweiterung) zum Hotelbetrieb in der heutigen Größe ausgebaut.

Doch dieses Schicksal des Besitzerwechsels war zumindest dem Stammsitz Ottengrün nicht neu. Im Laufe seiner vierhundertjährigen Geschichte gehörte es nicht nur wechselnden Eigentümern, sondern unterstand mehreren Lehnsherren und wechselte von adligen in bürgerliche, von klösterliche in weltliche Hände und war zeitweise böhmisch, dann wieder bayerisch.

Die letzte große Veränderung der Besitzverhältnisse erfolgte 2014. Im März 2014 wurde das Schloss mit den wesentlichen Anteilen des Hotelbetriebes an Herrn Dr. Steiner - einen Hamburger Kaufmann - verkauft, der - zusammen mit einem engagierten Team - ein neues Kapitel in der langjährigen Geschichte aufschlägt.

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