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Historischer Rückblick

... wie alles begann

Grundsätzliches: Ernestgrün und der Ortsteil Rothmühle - somit auch das heutige Schloss Ernestgrün - ist untrennbar mit der Geschichte des Nachbarortes Ottengrün verbunden. Beide Orte - Ottengrün und auch Ernestgrün gehören zur Gemeinde Neualbenreuth.

Die erste urkundliche Erwähnung findet Ottengrün mit Ernestgrün das erste Mal im Jahre 1392 als „Ottengrunne bey Albernrewt“. Zu diesem Zeitpunkt wird auch erstmals das Dorf Ernestgrün als zum Besitz Ottengrün gehörig genannt.

Ottengrün, damals im Besitz der Leuchtenberger (*) - eines alten einflußreichen Oberpfälzer Adelsgeschlechts -  hatte sowohl nach Leuchtenberg (bayerisch) als auch nach Eger (böhmisch) - rechtliche Verpflichtungen, was in den kommenden 300 Jahren immer wieder zu Streitigkeiten führte, wobei der

häufige Wechsel der Besitzverhältnisse noch sein übriges dazu tat.

Grundsätzlich gibt es drei wichtige Adelsfamilien, die mit diesen beiden Gütern verbunden sind und die bei der Entwicklung der Region eine bedeutende Rolle spielen:

   Die Landgrafen „von Leuchtenberg“, (*)

   Die Familie „von Günther“ und

   die Alt-Egerer Patrizierfamilie „von Lehenstein“

*      Kurze Anmerkung: Die Landgrafen von Leuchtenberg waren ein einflussreiches Adels- und Herrschergeschlecht des Mittelalters. Ursprünglich waren sie in Leuchtenberg, später in Pfreimd ansässig. Der Einflussbereich der Leuchtenberger reichte weit über die Grenzen ihrer Heimat in der Oberpfalz hinaus. Die Landgrafschaft Leuchtenberg war damit das größte nicht-wittelsbachische und nichtgeistliche Territorium in Bayern zu ihrer Zeit und erstreckte sich vom Egerland bis weit in die heutige Oberpfalz. Das ursprüngliche Herrschergeschlecht starb 1646 mit Max Adam von Leuchtenberg aus. …zu den Leuchtenbergern wird später mehr erzählt.

1711 wird das Gut in Ottengrün nach 300 Jahren mit zahlreichen Besitzwechseln von der Stadt Eger an „Johann Christoph Weller, Edler von Molsdorf“ verkauft, der es an seinen Schwiegersohn Johann Josef Thomas Werndl von Lehenstein weiter verkauft.

Am 13. Juni 1718  erwirbt somit Johann Josef Thomas Werndl von Lehenstein die Rothmühle und läßt dort alles erneuern und mehrere Teiche anlegen. Daneben entstand ein neues Hammerwerk und ein stattliches Verwaltungshaus, das sogenannte Beamtenhaus, das der Vorläufer des späteren Herrschaftsbesitzes und des Schlosses war.

Unter Werndl von Lehenstein erlebte Ottengrün seine Blütezeit. Jetzt entstehen in der eisenreichen Region etliche neue Hammerwerke.

Am 13. Juni 1718 erwirbt Werndl von Lehenstein die Rothmühle bei Ottengrün und läßt dort alles erneuern und etliche Teiche anlegen. Daneben entstand ein neues Hammerwerk und ein Haus für den Hammerschmied (Hammerwerkhaus genannt), das der Vorläufer des späteren Herrschaftsitzes und des Schlosses war. Unter von Lehenstein, der gleichzeitig Bürgermeister von Eger war, wurde auch die heutige Wallfahrtskirche St. Sebastian (Kleine Kappl) errichtet, die von Lehenstein selbst finanzierte.

Seine Nachfolger im Besitz des Gutes Ottengrün, das seit 1764 wieder ein Rittergut war, wählten mehr und mehr Ernestgrün zu ihrem Wohnsitz und betrieben Ottengrün nur mehr als Ökonomiegut.

Unter Freiherr von Frays wurden um ca. 1875 Türme an das ehemalige Herrschaftshaus angebaut und ein Schlosspark angelegt.

Seine Entstehung verdankt Schloss Ernestgrün dem Umstand, dass der spätere Erbe des ehemaligen Rittergutes Ottengrün, Florentin von Glas, seinem Vater am 27. Februar 1852 einige Gebäude und Flächen in Ernestgrün abkaufte und seinen Wohnsitz in dem früheren Mühl- und Hammerwerkhaus (Beamtenhaus) Nr. 15 nahm, das nun allmählich zum Herrschaftssitz ausgebaut wurde. Aber schon 1860 verkaufte Florentin von Glas allerdings den Gesamtbesitz Ottengrün-Ernestgrün an die Familie von Günther.

Der erste Eigentümer dieses Namens, Wilhelm von Günther aus Frankfurt am Main, hatte den Besitz am 12. Juli 1892 erworben. 1980 wurde das Schloss mit den zugehörigen Ländereien an die Familie Hoche - einen Unternehmer aus dem Nürnberger Raum - verkauft. Während dieser Zeit wurde das Schloss zum Hotel und wurde in zwei Bauphasen (1980 und 1989 die Erweiterung) zum Hotelbetrieb in der heutigen Größe ausgebaut.

Doch dieses Schicksal des Besitzerwechsels war zumindest dem Stammsitz Ottengrün nicht neu. Im Laufe seiner vierhundertjährigen Geschichte gehörte es nicht nur wechselnden Eigentümern, sondern unterstand mehreren Lehnsherren und wechselte von adligen in bürgerliche, von klösterliche in weltliche Hände und war zeitweise böhmisch, dann wieder bayerisch.

Die letzte große Veränderung der Besitzverhältnisse erfolgte 2014. Im März 2014 wurde das Schloss mit den wesentlichen Anteilen des Hotelbetriebes an Herrn Dr. Steiner - einen Hamburger Kaufmann - verkauft, der - zusammen mit einem engagierten Team - ein neues Kapitel in der langjährigen Geschichte aufschlägt.

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